42. Stemweder Open Air Festival

42 Jahre „Umsonst & Draußen“ im Zeichen der Kuh und kein bisschen leise. Wohl kein „Umsonst und Draußen Festival“ in Deutschland hat so oft stattgefunden. Mittlerweile ist es eines der größten Festivals dieser Art in Norddeutschland.

Das STEMWEDER OPEN AIR FESTIVAL geht in diesem Jahr am 17. und 18. August in die nächste Runde. Eine lange Zeit, auch für die unermüdlichen Helfer des veranstaltenden Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede e.V. (JFK), die zum Teil seit der ersten Stunde dabei sind.

Aber ans Aufhören denken sie keineswegs. Kein Wunder: Die Altdame unter den Open Air Festivals erfreut sich größerer Beliebtheit denn je. Jährlich pilgern tausende Besucher nach Stemwede. Auch in diesem Jahr wird das Ilweder Wäldchen im fast ganzjährig idyllisch wirkenden Stemwede wieder Kopf stehen.

Das überregional bekannte Festival verdankt seine Attraktivität vorwiegend der wunderbaren und unkommerziellen Atmosphäre sowie seines vielseitigen Angebots. Ein buntes Treiben mit einem ganz eigenen Charme.

Das Festival wird, weniger denn je, alleinig als Konzertevent verstanden. Konzept des Festivals ist ein Gesamtspektakel, das sich aus vielen kleinen Rahmenveranstaltungen zusammensetzt, die unterschiedliche Alters- und Kulturgruppen in das Festival einbinden.

Schon ein Markenzeichen des Stemweder Festivals ist seine außerordentliche musikalische Bandbreite die von Rock, Indie, Reggae, Pop, über Punk bis hin zu Metal und Folk reicht und die immer wieder zum Gelingen der Veranstaltung beiträgt. Mit der Waldbühne und der Wiesenbühne gibt es zwei Bühnen mit 24 hochinteressanten Bands. Daneben gibt es seit einigen Jahren noch das „Sonnensystem“, das mit seiner Akustik- und Kleinkunst-Stage das Gesamtprogramm abrundet.

Die Waldbühne ist immer für eine musikalische Überraschung gut. Bands wie „Beatsteaks“, „Sportfreunde Stiller“, „Donots“, „Jupiter Jones“ oder „AnnenMayKantereit“ spielten dort schon als noch kaum jemand von ihnen Notiz nahm. Auch dieses Jahr gibt es ein vielversprechendes Programm mit nationalen und internationalen Bands. Top Act in diesem Jahr sind die „Russkaja“, „Misconduct“, „DŸSE“ und „Kellerkommando“.

„Russkaja“, die Hochgeschwindigkeit-Sensation mit ihrem russischen Turbo-Polka bietet mit ihrer Musik den Soundtrack zu vielem und ist die wohl erfolgreichste Musik-Kolchose auf diesem Planeten. Der Song “Energia” wurde mit über 11 Millionen Plays ein kleiner YouTube-Hit. Über 800 Auftritte weltweit und als erste Band der Geschichte spielten sie viermal hintereinander das größte Metall Festival der Welt „WACKEN“.

Man kann bei Russkaja schon fast behaupten, dass sie über die Jahre ihren eigenen Stil kreiert haben. Ihre positiven, kraftvollen Songs pendeln zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen – High Speed Polka Ska Groove trifft auf virtuose Dreck-Gitarre, stürmische Gebläse-Girlanden und hinreißende Geige bringen die große Bassbariton Stimme des Frontmanns Georgij Alexandowitsch Makazaria zum Strahlen.

„Misconduct“ – aus Schweden kommt hier mit Musik, die eigentlich aus Kalifornien kommt: Hardcore. Aber kein „neumoderner Kram“, sondern dies ist eher ein alter Schwede. Ab 2002 hielt der melodiöse Hardcore / Punkrock hielt verstärkt Einzug in ihre Musik. Mit dieser Mischung sind die vier Schweden live eine absolute Bank. Sie standen mit Größen wie „Turbonegro“, „Agnostic Front“, „Rise Against“, „Pennywise“ oder „Bad Religion“ auf der Bühne und haben zusammen mit Bands wie „Sick Of it All“, „Dropkick Murphys“ und „Madball“ getourt.

Der Sound von „Dÿse“ wird durch dynamische Schlagzeugrhythmen und kernige Gitarrenriffs bestimmt. Rock, Jazz, HipHop, Punk, Drum´n´Bass, Noiserock, etc. – Dÿse zerlegt diverse Genre und baut sie in komplexen, aber stimmigen Kompositionen wieder zusammen. „Dÿse“ wird live wieder Vollgas geben, es gilt schließlich den Titel „Beste Liveband Europas“ zu verteidigen.

Widerstand zwecklos: Schnürt die Tanzschuhe und ölt die Kehlen – hier kommt „Kellerkommando“! Entzückend verrückt und verführerisch eingängig – pumpende Beats und moderne Synthiesounds paaren sich mit fetten Blechbläsern und Akkordeon. Ein herrliches Gebräu aus Urban, Elektro, Ska, Punk und Franconian Folk.
„Grizzly“ sind inzwischen mehr als der Geheimtipp für deutschen Hardcore/Pop-Punk/Screamo. Sie bezeichnen ihre Musik als „Heavy Pop-Punk“: Schnell, energiegeladen, melodisch. Songs, die vom Erwachsenwerden erzählen, von alltäglichen Problemen, von guten und schlechten Momenten. Ihr 2018er Album „Polaroids“ landete auf Platz 49 der deutschen Charts!

Daneben gibt es auf der Wiesenbühne wieder ein hochkarätiges Newcomerprogramm.
Seit 1996 servieren „Wisecräcker“ ihre ultimative Ska-Punk-Party der ganzen Welt. Die sieben Musiker trumpfen dabei mit einer Mischung aus fetten Gitarrenriffs und furiosem Blechgebläse auf und scheren sich nicht weiter um Sprach- und Stil-Barrieren. Die Songs werden nach Belieben auf Spanisch, Englisch oder Deutsch getextet und finden musikalische Einflüsse aus diversen Kulturkreisen. Hauptsache laut, schnell und mit ordentlich Feierei – vor und auf der Bühne.

Hinter „Ani Lo. Projekt“ steckt die fantastische Stimme der Sängerin Ani Lozanova. Der Mix aus Hardrock, Prog Metal und Symphonic Metal, und Ani´s Rock-Röhre, die sich zwischen Klassik und Metal bewegt, begeistert auf Anhieb. Ani zelebriert jede Bühnen-Show, liebt es das Publikum anzuheizen, während Sie gekonnt Ihre zarte Weiblichkeit mit harter Stimme vereint. „Die Lieferanten“ aus Münster haben mit einem ungewöhnlichen Bandnamen auch ihren eigenen Stil gefunden: Schabernacksoul! Dabei treffen deutsche Texte auf Motown-Grooves, moderne Indie-Elemente und mitreißende Pop-Melodien. Schabernacksoul ist dabei aber nicht nur eine Stilbezeichnung, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung, die sich in den oft ironischen Texten, den verspielten Arrangements und den energetischen Bühnenauftritten wiederfindet.

„The Almost Three“ sind ein spielfreudiges Trio mit unglaublich mächtigem, energiegeladenem Sound. Ein brillanter Mix von Blues, Funk und Rock’n’Roll, wie eine Mischung aus Neil Young, Jimi Hendrix und George Clinton. Die drei Musiker können auf beeindruckende Karrieren zurückblicken. So spielte Frontmann Martin Ettrich viele Jahre als Gitarrist bei der deutschen Rocklegende „Birth Control“ und spielte Tour Support für „Mothers Finest“ und Joe Cocker.

Auch dieses Jahr gibt es wieder an beiden Tagen im DJ- Zelt Musik bis zum hell werden. Das „DJ-Team Herr Müller“ legt am Freitag alles auf was rockt. Und das rockt!!! Am Samstag legt das „Muppet-DJ-Team“ Hiphop, Triphop, Metal, Hardcore, Indipendent, Elektropunk, Rock, Reggae, Punk, Ska, usw. auf.

Aushängeschild des Stemweder Open Air ist einmal mehr sein vielseitiges Rahmenprogramm und da hat sich einiges getan. Seit einigen Jahren gibt es als neue Area das Sonnensystem. Freitags und Samstag-Nachmittag ist dort Singer/Songwriter-Zeit mit verschiedenen interessanten Künstlern. Abends öffnet der Dancefloor mit Elektro und House.