Seehund-Nachwuchs im Zoo Osnabrück

Zuwachs bei den Seehunden im Zoo Osnabrück: Seit Montagmorgen, 16. Juli schwimmt Jungtier Greetje neben Mutter Biene durch das Wasserbecken. Für die Seehund-Eltern Biene und Max ist Greetje bereits das vierte gemeinsame Jungtier.

„Zum Ende der Schwangerschaft war Biene schon deutlich anzusehen, dass sie Nachwuchs erwartet – sie war schon recht rund und träge in den letzten Tagen“, schmunzelt Tierpflegerin Priska Hennig-Lippe. Kurz vor der Geburt habe sich die werdende Mutter zunehmend zurückgezogen und auch nicht mehr viel gefressen: „Als wir Tierpfleger dann am Montagmorgen zu den Seehunden kamen, schwamm der Nachwuchs bereits aufmerksam neben seiner Mutter durch das Wasser“, freut sich Hennig-Lippe.

„Die Geburt verläuft bei den Seehunden in der Regel sehr schnell und unkompliziert. Außerdem ist Biene bereits eine erfahrene Mutter: Gemeinsam mit Männchen Max zog sie bereits drei weitere Jungtiere bei uns auf.“ In der Wildbahn bringen Seehunde ihre Jungtiere während der Ebbe auf Sandbänken zur Welt. Deshalb verläuft die Geburt recht zügig, denn wenn die Flut zurückkommt, müssen die Jungtiere direkt schwimmen können.

Familie in der Eingewöhnungsphase
Auch der Nachwuchs im Zoo Osnabrück fühlt sich im Wasser schon richtig wohl: Die meiste Zeit schwimmt das Jungtier mit Mutter Biene im Becken und steckt immer wieder den Kopf aus dem Wasser, um Luft zu holen. Alle paar Stunden trinkt es an Land bei seiner Mutter. Einen Namen hat der neue Zoobewohner auch schon: „Wir gehen momentan davon aus, dass der Nachwuchs ein Weibchen ist und haben uns für den Namen Greetje entschieden“, berichtet Hennig-Lippe.

„Jetzt geben wir der jungen Familie erstmal Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Das sogenannte Medical-Training, das wir täglich mit den Tieren für tierärztliche Untersuchungen üben, führen wir in etwas abgeschwächter Form aber weiter durch, weil es für die Seehunde zum Alltag gehört. Biene ist momentan noch etwas zurückhaltend, aber in den kommenden Tagen wird sie sicherlich wieder etwas engagierter mitmachen, wenn sie Lust hat.“ Greetje schaut dann vermutlich vom Wasser aus zu oder kommt vielleicht schon mit an Land: „Fenja, unser Seehundnachwuchs aus dem letzten Jahr, war besonders neugierig und kam zum Training oft mit an den Beckenrand, um sich alles ganz genau anzuschauen“, erzählt die Tierpflegerin.

Seehund-Vater Max (11 J.) zeigt immer wieder Interesse an seinem vierten Jungtier, aber noch möchte Mutter Biene (19 J.) Ruhe haben und scheucht ihn meistens weg. Das sei laut Hennig-Lippe normal: „Mutter und Jungtier brauchen erst eine kurze Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Max zeigt immer wieder Interesse an Greetje, aber Biene schottet sie noch etwas ab. Das wird sich aber in der nächsten Zeit ändern und dann schwimmen die drei auch zu dritt durch das Becken. In der Zwischenzeit stören wir sie möglichst wenig.“ Deshalb werde auch zurzeit das Wasser in den Becken nur langsam und nach und nach gewechselt, weswegen es momentan auch etwas trübe sei.

 

In wenigen Wochen Gewicht verdoppeln
Jetzt heißt es für Greetje erstmal zunehmen: In den ersten sechs Lebenswochen werden kleine Seehunde von der Mutter gesäugt. Danach müssen sie lernen, wie man Fisch frisst. Da das gar nicht so einfach ist und einige Zeit dauern kann, brauchen die Jungtiere Fettreserven und verdoppeln anfangs ihr Geburtsgewicht von etwa 10 bis 12 Kilo. „Deswegen ist die Muttermilch mit einem Fettanteil von rund 45 Prozent besonders reichhaltig. Bei dem Umstieg auf Fisch unterstützen wir die Jungtiere: In dieser Phase halten wir sie einzeln und bewegen den Fisch vor ihrem Maul, um sie so zum Fressen zu animieren“, erklärt Priska Hennig-Lippe.

Besucher können die junge Familie besonders gut bei den täglichen Fütterungen um 10:40 und 15:30 Uhr beobachten. Dann erzählen die Zoopädagogen außerdem allerhand Wissenswertes zu den Raubtieren. Während der Ferien finden täglich viele weitere Fütterungen und Kommentierungen statt: Die genauen Zeiten und Programmpunkte bekommen Besucher an der Zookasse oder online unter www.zoo-osnabrueck.de.

Foto: Svenja Vortmann