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Ökonomen kritisieren Hüthers Eurobonds-Vorstoß

today31 August 2026

Hintergrund
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Der Ökonom und frühere Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht den Vorstoß von IW-Direktor Michael Hüther, den Euro zur Weltleitwährung zu machen und dafür auch auf neue gemeinsame europäische Schulden zurückzugreifen, kritisch., “Eine Gemeinschaftshaftung für die Schulden ist kontraproduktiv, denn sie führt zu einer übermäßigen Verschuldung”, sagte Sinn der “Welt”. Die Anreize könne man durch rechtliche Schranken nicht wirksam eindämmen. “Die Schuldenlasten werden wie ein Wasserfall über uns hereinbrechen. Wenn wir Pech haben, kopieren wir mit den europäischen Anleihen nur den zweiten Teil der amerikanischen Währungsgeschichte und enden dann schon recht bald dort, wo Amerika heute steht”, so Sinn weiter., Hüther hatte dem “Handelsblatt” gesagt, “mittel- und langfristig kann ein größerer Euro-Anleihemarkt die Finanzierungskosten der gesamten Währungsunion senken – abgesehen vom geopolitischen Gewinn”. Er mahnte insbesondere in Deutschland Offenheit gegenüber der Idee an: “Wir dürfen nicht die Scheuklappen aufsetzen, sobald der Begriff Eurobonds fällt.” Die Implementierung eines entsprechenden europäischen Safe Assets, also eines sicheren Vermögenswerts, der auch in schweren Krisen seinen Wert nahezu vollständig erhält, sehe er als “langfristigen Prozess von zehn bis 15 Jahren. Unser Vorschlag sieht auch nicht vor, die Staatsschulden aller Länder zusammenzulegen. Eine europäische Investitionsunion könnte auf klar definierte Projekte begrenzt werden, etwa grenzüberschreitende Infrastruktur, Energie, Digitalisierung oder Verteidigung”., Auch andere der “Welt” befragte Ökonomen stehen Hüthers Vorschlag skeptisch gegenüber. “Was Europa benötigt, um den Euro als Weltwährung voranzubringen, ist der Vorrang für Wachstum, Innovationen und Bürokratieabbau – aber keine gemeinsamen europäischen Schulden”, so Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs “Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft” und außerplanmäßiger Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Widerspruch erntet der Vorschlag auch von Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums im Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). “Die Frage von gemeinsamen Anleihen – einerlei, ob für neue Schulden oder zur Vergemeinschaftung von Altschulden – muss sich nach fiskalischen Kriterien richten, nicht nach monetären. Eine überzeugende Begründung für fiskalisch gebotene Gemeinschaftsschulden kann ich im Vorstoß von Herrn Hüther nicht erkennen.”, Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hält Hüthers Vorschlag hingegen für bedenkenswert. “Die Europäische Union benötigt gemeinsame Staatsanleihen. Die gestärkte internationale Rolle des Euro ist dabei jedoch einer der weniger wichtigen Vorzüge. Europa benötigt gemeinsame Steuern und Staatsanleihen, um gemeinsame Aufgaben besser erfüllen zu können, insbesondere um gemeinsam in Innovation, Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung investieren zu können.”, Volker Wieland, Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie und Geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability an der Goethe-Universität Frankfurt sowie früheres Mitglied der “Wirtschaftsweisen”, weist auf eine zunehmende Häufung von Vorstößen in Richtung gemeinsamer europäischer Schulden hin. “Auch der frühere IWF-Chefökonom Olivier Blanchard hatte gemeinsam mit dem Hedge-Fonds-Ökonomen Angel Ubide bereits einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Beide versprechen sich wie jetzt auch Hüther von gemeinsamen Euro-Anleihen, dass sie für die internationalen Reserven von anderen Staaten und Finanzinstitutionen eine attraktivere Anlage darstellen als deutsche oder niederländische Anleihen, weil es dann eben mehr von ihnen gäbe.” Ob es gelinge, dass der Euro damit seine Rolle als internationale Reservewährung ausbauen könne, sei zweifelhaft, ebenso, ob es einen nennenswerten Unterschied bei den Zinsen machen würde., Foto: Euroscheine (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Geschrieben von: Radio Osnabrück Redaktion

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