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Auch 65 Jahre nach dem Abschluss des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens beobachtet die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik, noch immer Rassismus und Diskriminierung gegenüber türkischen Menschen in Deutschland., Kurz vor der Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des Abkommens sagte Pawlik der “Rheinischen Post”: Wer 120 Prozent geben müsse, um als 100 Prozent zu gelten, sei nicht schlecht integriert, sondern werde schlecht behandelt. Das sei mit dem Selbstverständnis als Einwanderungsland nicht vereinbar. Zur gemeinsamen deutsch-türkischen Geschichte gehöre leider auch, dass Zugehörigkeit noch immer infrage gestellt werde, sei es bei der Wohnungssuche, bei der Bewerbung oder in der Schule. Viele Menschen in diesem Land erlebten auch nach Jahrzehnten noch Rassismus und Diskriminierung, so die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration., Zugleich würdigte sie die Leistung türkischer Menschen in Deutschland. Vor 65 Jahren seien Hunderttausende Menschen aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Sie hätten dieses Land wirtschaftlich mit aufgebaut, Familien gegründet und prägten die Gesellschaft über Generationen bis heute. Ihre Geschichte sei deutsche Geschichte, so Pawlik. Integrationspolitisch habe man aus den Fehlern von damals viel gelernt. Heute beginne Integration am ersten Tag: mit Sprach- und Integrationskursen, mit Unterstützung bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und mit Bildungsangeboten, die es damals nicht gab. Es gehe jetzt darum, diese etablierten Integrationsstrukturen zu erhalten und sie nachhaltig zu finanzieren, forderte Pawlik., An diesem Dienstag findet in Berlin die Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des Anwerbeabkommens statt, bei der neben der Integrationsbeauftragten auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der türkische Botschafter Gökhan Turan Festreden halten werden. Diskutiert werden auf der Veranstaltung auch Vertreter der ersten Generation und der Nachkommen., Foto: Türkische Fans feiern (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Geschrieben von: Radio Osnabrück Redaktion
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