Bundeswehr richtet Hotline für Opfer sexuellen Fehlverhaltens ein

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine telefonische Hilfs-Hotline für Soldaten eingerichtet, die Opfer oder Zeuge von sexualisiertem Fehlverhalten in der Truppe geworden sind. Das berichtet der „Spiegel“.
Generalinspekteur Carsten Breuer ordnete Ende Oktober an, dass die Hotline mit dem Namen „HELP“ ab dem 1. November rund um die Uhr erreichbar sein soll. Die Abkürzung steht für Hilfestellung, Erstberatung, Lotsenfunktion und Präventionsunterstützung.
Bei der Hotline sollen sich Betroffene und Zeugen statt an einen ihrer Vorgesetzten an eine unabhängige Stelle wenden können. Dem offenkundigen Bedarf nach einer Beratungs- und Erstmeldemöglichkeit auch außerhalb der truppendienstlichen Hierarchie sei daher schnellstmöglich zu entsprechen, heißt es in der Order. Betroffene könnten so frühzeitig und diskret Unterstützung und Hilfestellung von geschultem Personal in Anspruch nehmen und sich über weitere Verfahrensschritte informieren.
In den vergangenen Monaten stieg die Zahl von Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten. Waren es 2023 noch 402, stieg die Zahl der Meldungen auf 469 im Jahr 2025. Laut Bericht ist klar, dass die Zahl für 2026 deutlich höher liegen werde.
Im Ministerium sorgen derzeit die ersten Zahlen aus der sogenannten Dunkelfeldstudie über Missstände in der Truppe für Aufregung. Laut „Spiegel“ sollen mehr als 70 Prozent der aktiven und ehemaligen Soldatinnen, die sich anonym an der Studie beteiligten, von sexualisiertem Fehlverhalten in ihrer Dienstzeit berichtet haben. Die Studie wird noch geheim gehalten.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundeswehr-Soldat (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Quelle: dts-nachrichtenagentur.de